Digital Detox

19. April 2015

Das Gefühl, dass ich zu viel Zeit mit elektronischen Spielzeugen und digitalen Medien verbringe, beschlich mich schon vor geraumer Zeit. Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, wie ich Mails checke, nach Facebook Updates schaue oder WhatsApp Nachrichten lese. Aber warum was ändern, so schlimm wars dann ja doch nicht und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass das  sonderlich „ungewöhnlich“ sei.

Neulich bin ich dann bei Healthy Habbits über einen Artikel gestolpert, bei dem es um Digitalen Detox ging. Der hat mich zum Nachdenken gebracht und dazu veranlasst einfach mal auszuprobieren, wie sich das anfühlt.

Was

Auf dem iPhone/ iPad habe ich danach folgende Änderungen vorgenommen:

  • Alle Spiele gelöscht
  • Facebook App gelöscht (der Messanger durfte bleiben)
  • Bei den übriggebliebenen Apps kräftig ausgemistet (alles weg, was ich ewig nicht benutzt habe)
  • Die Einstellungen von Push-Benachrichtigungen radikal überarbeitet. Im Homebildschirm erscheinen jetzt nur noch Telefonanrufe. Anrufe und Nachrichten sind auch die einzigen „Events“ die die Geräte dazu bringen einen Ton von sich zu geben. Alle anderen wurden in die Stille verbannt
  • Auf der ersten Home-Seite sind jetzt nur noch die Apps übrig geblieben, die ich regelmäßig nutze. Der Rest passt auf Seite 2

Auf dem Mac habe ich Mindful Browsing als Plugin installiert und Facebook hinter die „Firewall“ geschickt. Die Timeline in Facebook konsumiere ich gar nicht mehr und die Benachrichtigungen habe ich auch überarbeitet. Hier erscheinen jetzt nur noch Benachrichtigungen von ein paar Seiten und Gruppen denen ich aktiv folge, bzw. deren Infos für mich relevant sind. Diese checke ich aber auch nur noch ein bis zwei mal am Tag.

Zusätzlich habe ich meinen Workflow umgestellt. Weg von verschiedenen ToDo Apps und Listen, eMail Reminder und Browser Favoriten hin zu einem „Superbuch“. Hier experimentiere ich mit dem Bullet Journal Format. EMails checke ich mittlerweile nur noch ein bis zwei Mal am Tag und auch alle Messenger Kanäle vielleicht noch 4-5 mal.

Bis jetzt…

Das Ergebnis hat mich ziemlich überrascht. auch wenn ich nie das Gefühl hatte abhängt zu sein und dass sich mein Komsum in Grenzen hält, ist mir jetzt erst mal klar geworden wie viel Zeit und Aufmerksamkeit mein iPhone/ iPad von mir bekommen hat.

Ich habe die Kontrolle zurückbekommen. Nicht das Gerät sagt mir, wann es etwas von mir will, sondern ich entscheide aktiv, wann ich etwas von dem Gerät will. Vor allem der aktive Verzicht auf Facebook hat einen unglaublichen Zeitgewinn gebracht. Wenn man die Timeline erst mal nicht mehr checkt, merkt man erst mal, wie oft man das am Tag tut. Der Effekt geht sogar so weit, dass ich neulich überlegt habe, das iPad zu verkaufen, weil ich jetzt eigentlich gar keine so rechte Verwendung mehr dafür habe.

Bei den Nachrichten habe ich mein Verhalten auch geändert: Ich lese/ schaue keine mehr. Hier bin ich noch auf der Suche nach der richtigen Balance zwischen absoluter Ahnungslosigkeit und Sorglosigkeit. Momentan funktioniert es ganz gut, Tagesschau uns Spiegel Online & Co. einfach links liegen zu lassen. Ich fühle mich viel besser und positive drauf, seit ich mich nicht mehr dem permanenten und ewig nur negativen Medienstrom aussetze. Alle wirklich wichtigen Nachrichten haben bisher noch immer ihren Weg zu mir gefunden.

Fazit

Der Versuch lohnt sich und ich werde auf jeden Fall dabei bleiben. Vor allem fühle ich mich wesentlich freier und selbstbestimmter, seit ich die Kontrolle zurück habe.

Was sind eure Erfahrungen im Umgang mit der digitalen Welt?

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