Hohner Alfa 1 – Welcome to the Family

11. April 2016

Eigentlich war ich gar nicht auf der Suche nach einer neuen Druckpresse. Es war mir zwar klar, dass meine kleine Adana irgendwann abgelöst werden wird, aber direkt geplant war das im Moment nicht. Aber manchmal ergeben sich einfach Gelegenheiten, die man sich nicht entgehen lassen kann.

Mehr durch Zufall bin ich in einem Forumseintrag auf Typografie.info über ein Angebot für eine Hohner Alfa1 gestolpert. Die Maschine war in einem sehr guten Zustand und sah auf den Bildern fast so aus, als ob sie eben erst die Fabrik verlassen hatte. Also habe ich zugeschlagen.
Ich wusste, dass sie im Vergleich zu meiner Adana ein echtes Monster ist, aber was knapp 200kg wirklich bedeuten wurde mir erst so richtig klar, als das Teil in der Garage stand.

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Also stellten sich 2 Fragen:

  • Worauf soll die Maschine stehen und
  • Wie bekomme ich sie in den Keller in meine Druckwerkstatt.

Die Erste Frage war noch relativ einfach zu beantworten. Ich wollte zwar erst einen Tisch komplett selbst bauen, habe aber dann durch Zufall in einem Café Palettenregale gesehen. Die sind zum einen recht einfach zu bauen und zum anderen ziemlich stabil. Außerdem passt der Industrielook ziemlich gut zu den Vintage Druckerei-Schränken. Zufällig hatte ein Kumpel noch 3 Paletten rumliegen, also war die Sache geritzt. Noch 4 Industrierollen besorgt und der Tisch war fertig.

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Die wesentlich schwierigere Frage war: Wie kommt das Teil in den Keller und auf den Tisch? Vor allem, weil unser Treppenhaus zum Rangieren recht eng ist. Ich habe zwei Wochen lang rumüberlegt, geplant und evaluiert. Mit Umzugsunternehmen geliebäugelt und auch schon ernsthaft überlegt die Werkstatt in die Garage umzuziehen (ja, ja, ich weiß, diese Gedanken hätte man sich auch vorher machen können – aber wenn man was haben will).
Letztendlich habe ich mich entschieden die Maschine zu zerlegen und in Einzelteilen zu transportieren. Das hatte drei Vorteile:

  • Zum einen kann ich es selbst machen und weiß, dass ich mehr Rücksicht beim Transport nehme als ein „Externer“.
  • Zum anderen konnte ich die Gelegenheit nutzen und alles schön sauber machen und neu schmieren. Außerdem lernt man beim Zerlegen viel über so eine Maschine.
  • Zu guter letzt war damit auch die Montage auf dem Tisch um einiges leichter.

Für die „Umzugsaktion“ hat sich mein Kumpel Uli leichtfertigerweise angeboten, so dass wir am letzen Sonntag das Projekt in Angriff nehmen konnten. Erfreulicherweise ging die Demontage auch recht einfach von der Hand. Das ist der Vorteil von den schweren Industriemaschinen. Die sind robust und simpel gebaut und man kann nicht wirklich viel kaputt machen. Aber seht selbst:

Ich finde die Alfa macht sich ganz gut in meiner kleinen Werkstatt. Neben ihr sieht die Adana wie ein echtes Spielzeug aus. Ich bin auf die ersten Ergebnisse gespannt.

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2 Kommentare

  • Reply Drainspotter 12. April 2016 at 00:07

    Freut mich, daß die Maschine eine neue Heimat gefunden hat, wo sie vielleicht mehr zum Einsatz kommt als bei mir. Wünsche vel Erfolg damit.

    • Reply Sascha 12. April 2016 at 08:15

      Vielen Dank. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen dazu komme die ersten Gehversuche damit zu machen. An Ideen mangelt es jedenfalls nicht. 🙂

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